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Letzte Aktualisierung
04. April 2008

[english]


Der ' .Ausstieg'


"Du hast Recht - mit einer Kassenzulassung fühle ich mich wirklich schon sicherer!"


 

Mit der Möglichkeit, sich als Privatzahnarzt ohne Kassenzulassung zu betätigen, setzt sich jeder Zahnarzt einmal auseinander, dem Zweifel daran gekommen sind, ob das, was er im Rahmen der G.K.V. (Chronische Zeitnot, Reparaturmentalität, Wirtschaftlichkeitsgebot) macht, eigentlich ein 'Mehr an Gesundheit' in der Bevölkerung schafft.

In Deutschland stehen ca. 50.000 zum Kassensystem zugelassenen Zahnärzten lediglich ca. 350 Privatzahnärzte gegenüber, so daß von einer 'Gefährdung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung' durch Privatisierung kaum gesprochen werden kann. Eher ist es so, daß Privatversicherte in einer Kassenpraxis oft gar nicht so versorgt werden können, wie es ihrem Anspruch auf Qualitätszahnmedizin und der für sie verlangten Bezahlung adäquat wäre, sondern die Güte ihrer Versorgung unter einer leider üblichen 'Mischkalkulation' leidet.

Abgesehen von diffusen Zukunftsängsten sind es die folgende 7 Hauptargumente, die gegen die Realisierung einer Privatpraxis ins Feld geführt werden:

Argument 1

"Ich habe schon jetzt große Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Vorschriften über Abrechnung von Einzelleistungen zwischen BeMa und GOZ zu differenzieren. Weil ich die GOZ nicht so genau kenne wie den BeMa, meine ich häufig beim Behandeln von Privatpatienten, daß bestimmte Leistungen bei ihm gar nicht 'erlaubt' seien. In der GOZ fühle ich mich unsicher."

Antwort: Sie kommen um die Beherrschung der GOZ in Zukunft sowieso nicht mehr herum (hilfreich: Liste von Dr. Emmerich). Erst der konsequente Wechsel zur Privatpraxis befreit Sie mit einem Schlag von sämtlichen Verzweigungen des unglaublich voluminösen und verästelten bürokratischen Überbaus und damit vom belastenden "Zwiedenk", weil Sie nur noch die wesentlich einfachere GOZ im Kopf haben müssen.


Argument 2

"Ich will zunächst als Kassenzahnarzt ausreichend Berufserfahrung sammeln, bevor ich sie später am Privatpatienten anwende, denn noch fühle ich mich fachlich nicht gut genug, um eine Privatpraxis zu führen."

Antwort: Berufserfahrung läßt sich besser sammeln, wenn Therapie ohne Zeitdruck ausgeübt wird. Quantität läßt sich in der Privatpraxis allerdings nicht erlernen (aber ist die denn überhaupt erstrebenswert?).

Sie müssen kein 'Super-Crack' sein, um Qualitätszahnmedizin zu betreiben. Jeder hat die Konzepte zur systematischen Sanierung eines Gebisses an der Klinik gelernt - nur: Um sie konsequent ohne finanzielle und zeitliche Kompromisse umzusetzen, dazu ist eine Kassenpraxis nicht konzipiert. In der Privatpraxis brauchen Sie nur konsequent umzusetzen, was Sie fachlich 'drauf' haben. Dies Produkt müssen Sie allerdings 'verkaufen' und 'an den Mann' bringen. Nicht jeder will dieses Produkt überhaupt! Daher ist es wichtig, die richtige Zielgruppe zu finden und zu binden. Dies geht nur über den Weg der Weiterempfehlung.


Argument 3

"Ich kann meine alten, treuen Kassenpatienten doch nicht im Stich lassen, die ich in der Privatpraxis ja nicht weiterbehandeln kann. Wie wahre ich gegenüber der Außenwelt außerdem meine Reputation , wenn ich z. B. den Ehemann privat behandle, die Ehefrau aber wegen ihrer Zwangsversicherung nicht (länger) als Patienten akzeptieren kann?"

Antwort: Jeder Patient einer Praxis läßt sich heute inerhalb eines Zeitraums von höchstens 2 Jahren (bis zu einem projektierten 'Ausstieg') durchsanieren. Für die Zeit nach einer solchen Sanierung läßt sich eine Vereinbarung über die private Begleichung der Kosten für ein Recall (2 x pro Jahr iclusive jeweils eine Untersuchung, ggfls. Röntgen, Zahnreinigung, Okklusionskontrolle, scharfe Kanten u.ä. für z.B. einen Pauschalpreis von DM 300) treffen. Sind Sie ihrem Patienten diese 300 Mark im Jahr nicht wert, sollten Sie sich allerdings fragen, ob jener es wert ist, daß Sie sich Ihrerseits Sorgen um seine Anhänglichkeit machen.

Grundsätzlich behandelt der Privatzahnarzt jeden Patienten, der zu ihm kommt. Daß der Patient dann von jeglicher Erstattung ausgesperrt ist, kann jenem nicht angelastet werden. Immerhin gibt es die steuerliche Absetzbarkeit besonderer Belastungen, es gibt Zusatzversicherungen und nicht zuletzt die Möglichkeit, wenigstens einmal eine grundsätzliche Gesamtplanung privatzahnärztlich erstellen zu lassen.Vielleicht können sich dadurch Ausgaben für die Therapie auch erübrigen, ökonomischer gestalten bzw. sich zeitlich strecken.


Argument 4

"Ich habe bereits bestimmte Zeiten für meine anspruchsvollen Qualitäts-Patienten reserviert, aber durch meinen Assistenten und meine Notfall-Patienten werde ich immer wieder während ihrer (Langzeit-)Behandlung gestört. Ich kann schon jetzt meine für qualitative Zahnmedizin reservierten Freiräume im alltäglichen Praxisbetrieb einfach nicht freihalten".

Antwort: Diese Problematik muß Ihrem Praxisteam transparent gemacht werden. Vor allem die Rezeptionshelferin, aber auch alle anderen müssen helfen, Ihnen den Rücken frei zu halten. Schon bei der Anmeldung muß selektiert werden, wen Sie auf Dauer in Ihrer Praxis haben wollen und wen nicht. Von Patienten, die Ihre Therapievorschläge ignorieren und sie nur dann heimsuchen, wenn ein Notfall eintritt, sollten Sie sich trennen, da diese die Zuwendung erhalten, die eigentlich denjenigen vorbehalten ist, die Ihre Therapie schätzen und sie von Ihnen durchgeführt haben möchten.


Argument 5

"Wenn ich eine Privatpraxis eröffne, verliere ich sicher den Großteil meiner bisherigen Patienten und damit den entsprechenden Teil meines Umsatzes, denn bis die 'Flüsterpropaganda' mir entsprechend viele Privatpatienten beschert, werden doch Monate oder Jahre vergehen".

Antwort: Der 'Umsatz' entspringt nicht der Quantität von Patienten, sondern der Wertigkeit und Anzahl Ihrer täglich erbrachten Leistungen. Lösen Sie sich aus der Vorstellung der 'Scheinzahl pro Quartal', die bisher Ihr Einkommen bestimmt hat! Im privaten Bereich schlägt naturgemäß der höhere Aufwand pro Fall zu Buche. Sie können kompromißlos sanieren! Mit 20 Patientensanierungen pro Jahr werden Sie vollauf beschäftigt sein, wenn Sie Perfektion anstreben bzw. auch nur das realisieren, was Sie in Ihrer Ausbildung gelernt haben!


Argument 6

"Die Quartalszahlungen entfallen, mit denen ich als Kassenzahnarzt auf jeden Fall rechnen konnte. Ich verliere meine vorausplanerische Sicherheit."

Antwort: Ja, Sie kommen in die 'freie Wildbahn'. Mit allen Chancen aber auch Risiken. - Aber haben Sie angesichts der Entwicklungen auf dem GKV-Sektor (demographische Entwicklung, zunehmende Arztdichte, Honorardeckelung, Öffnung der GKV für ausländische Konkurrenz) und angesichts der zunehmenden Verteilungskämpfe unter kassenzugelassenen Kollegen wirklich noch 'Sicherheit'?


Argument 7

"Ist es nicht sehr unmoralisch, sich nicht mit voller Kraft auch an der zahnmedizinischen Versorgung der unteren sozialen Schichten zu beteiligen, sondern sich zum Nachteil der anderen Kassenkollegen selbst nur die 'Bonbons' herauszusuchen?"

Antwort: Sie nehmen schließlich weiter teil am Notdienst und damit an der zahnärztlichen Grundversorgung der Bevölkerung, können in Härtefällen aus eigener Tasche helfen und sollten für die Allgemeinheit auch eine standespolitische Aufgabe (z.B. Gutachtertätigkeit, Fortbildungsreferat, Organisation eines Study-Clubs) übernehmen. Mit Ihrer qualitativ besseren Arbeit leisten Sie aber sicherlich auch einen für die Volksgesundheit effizienteren Beitrag als mit einer auf Quantitätsmaximierung gerichteten Heilkunde!

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© Detlef Schmidt 01.06.1997 - Letzte Aktualisierung: 04. April 2008

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